Grundlagen der Stomaversorgung
Informationen zur Patientenunterstützung
Das Stoma
Nach dem chirurgischen Eingriff treten während der gesamten Zeit, in der Patienten ein Kolostoma, Ileostoma oder Urostoma, haben, Ausscheidungen (Stuhl oder Urin) durch das Stoma aus dem Körper aus. Es ist ein System zum Sammeln und zum Schutz der umgebenden Haut erforderlich. Dies sind Stomaversorgungssysteme. Stoma ist nicht gleich Stoma. Jedes Stoma hält – abhängig von seiner Grösse und Form – seine ganz eigenen Herausforderungen für Betreuungspersonen und Patienten bereit. Dieser Abschnitt gibt Ihnen einen Überblick darüber, wie Sie den Stomatyp Ihres Patienten erkennen und wie er am besten versorgt wird.
Alle flüssigen oder halbflüssigen Ausscheidungen können die Haut schädigen, wenn sie über längere Zeit mit der Haut in Kontakt bleiben. Dies gilt insbesondere Urin und die Ausscheidungen aus einem Ileostoma - wegen des hohen Gehalts an Verdauungsenzymen, die besonders ätzend sind und peristomatische Haut schneller reizen und schädigen können als feste Ausscheidungen. Die Verwendung einer eng am Stoma anliegenden Hautschutzplatte und eines guten Abeutels ist für die Erhaltung gesunder peristomaler Haut unerlässlich.
Stomata haben keine Nervenenden und übertragen keine Schmerzen. Sie sind jedoch reich an Blutgefäßen und können leicht bluten, wenn sie gerieben oder gereizt werden.
Verschiedene Stomatypen:
Prominentes Stoma
Idealerweise legt der Chirurg während der Stomaoperation ein Stoma an, das über die Bauchhaut hinausragt (prominentes Stoma). Auf diese Weise kann die Hautschutzplatte nahe an und um die Aussenränder des Stomas angebracht werden. Bei einem Patienten mit einem hervorstehenden Stoma ist es das Ziel, eine dichte Abdichtung am Stomarand zu erreichen. Dies schützt die peristomale Haut davor, dass Ausscheidungen unter der Hautschutzplatte am Stomarand auf die peristomale Haut gelangen.
Während das prominente Stoma bevorzugt wird und am einfachsten zu pflegen ist, sind einige Stomaöffnungen schwieriger zu handhaben. Zwei davon sind bündige Stomata (auf Hautniveau) und retrahierte Stomata (unter Hautniveau).
Ziel bei der Versorgung:
Auslaufsicheres Anhaften, um die peristomale Haut vor den schädlichen Auswirkungen von Urin und Stuhl zu schützen, indem ein geeignetes Beutelsystem verwendet wird, das Volumen und Art der Stomaauscheidung adäquat auffängt und sammelt.
Bündiges Stoma
Im Gegensatz zu einem prominenten Stoma ragt ein bündiges Stoma nicht über die Bauchhaut hinaus. Ein bündiges Stoma schließt, wie der Name schon sagt, mit der Haut ab, die den Bauch bedeckt. Bündige Stomata können das Ergebnis einer vom Chirurgen gewählten Technik sein oder im Laufe der Zeit auftreten, auch wenn ursprünglich ein hervorstehendes Stoma angelegt wurde.
Ein bündiges Stoma kann die Verwendung einer konvexen Hautschutzplatte erfordern. Die konvexe Form der Hautschutzplatte übt einen sanften Druck auf den Stomarand aus und erhöht so das Ausmaß der Stomaprotrusion.
Ziel bei der Versorgung:
Eliminierung unebener Hautoberflächen, um eine ebene Oberfläche zu schaffen, auf der ein konvexes Beutelsystem haften und in den Oberflächenbereich um das Stoma drücken kann, um das Ausmaß der Stomaprotrusion zu erhöhen.
Retrahiertes Stoma
Ein retrahierten Stoma ist etwas unter die Hautoberfläche zurückgezogen. Eingezogene Stomata können im Laufe der Zeit durch innere chirurgische Narbenbildung, Gewichtsschwankungen und andere unvorhergesehene Ereignisse entstehen.
Wie bei einem bündigen Stoma ist bei einem retrahierten Stoma eine konvexe Hautschutzplatte erforderlich. Dies trägt zu einer stärkeren Stomaprotrusion bei und macht es leichter, Therapietreue und Konformität zu erreichen.
Ziel bei der Versorgung:
Eliminierung unebener Hautoberflächen, um eine ebene Oberfläche zu schaffen, auf der ein konvexes Beutelsystem haften und in den Oberflächenbereich um das Stoma drücken kann, um das Ausmaß der Stomaprotrusion zu erhöhen.
Patientenressourcen: Stomachirurgie
Das Krankenhaus zu verlassen ist ein wichtiger Meilenstein für Ihre Stomapatienten, kann aber bei Patienten mit einem neuen Stoma auch Ängste auslösen. Es ist normal, dass sie nervös sind, weil sie mit einem Stoma leben, aber sie sollten nicht vergessen, dass sie nie allein sind.
Ihre Patienten werden in den Tagen und Wochen nach dem Eingriff möglicherweise viele Fragen haben. Sie fühlen sich möglicherweise deprimiert, wütend oder frustriert, bis sie sich mit ihrem Beutelsystem vertraut gemacht haben. All diese Gefühle sind völlig normal und Sie helfen Ihnen, diese unangenehmen Gefühle zu lindern.
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